Bis kurz vor der Fahrt wurde noch am Fahrplan gearbeitet, die ursprüngliche Planung verworfen und improvisiert. Kurzfristig musste die 221 135 der Bocholter Eisenbahngesellschaft angemietet werde, da der Doppeltender nicht rechtzeitig zur Fahrt fertig wurde und ein längerer Wasserhalt aufgrund der Großbaustelle zwischen Lingen und Meppen nicht möglich war. So war die Spannung bei den Organisatoren diesmal besonders groß.
Doch alles hat bestens funktioniert. Die 221 hat den Zug pünktlich nach Rheine gebracht und dort fand dann – wie vor über 30 Jahren – der Lokwechsel auf 012 statt. Gänsehautstimmung machte sich bei unseren Fahrgästen breit. Die Schnellzugdampflok beschleunigte dann den 350 m langen Zug scheinbar mühelos auf 120 km/h. Wir kamen sehr gut durch die Baustelle und erreichten Emden 30 Minuten vor Plan! Dort wurde dann die stolze Schnellzuglok im VW Werk gedreht und weiter ging die Fahrt noch Norden, wo schon eine kleine MKO Diesellok darauf wartete 2 Kurswagen auszurangieren. Diesen Trick hatten wir uns überlegt um mit 12 Wagen fahren zu können. Der Bahnhof Norddeich ist seit der Modernisierung vor 2 Jahren nicht mehr in der Lage einen 12 Wagenzug aufzunehmen. Das Rangiermanöver gelang und ziemlich pünktlich wurde Norddeich Mole erreicht, wo schon die Frisia VI auf unsere Fahrgäste wartete. Da wir rechtzeitig bei Petrus bestes Wetter bestellt hatten, war der Aufenthalt auf der Nordseeinsel Norderney ein voller Erfolg, wolkenlos und 23 Grad, was will man mehr....
Pünktlich um 19:00 Uhr hieß es dann wieder Abschied nehmen von der Nordsee.
Im Barwagen gab es jetzt kein Halten mehr und die Stimmung im Zug war einfach fantastisch.
Beim Lokwechsel in Rheine wurde die tapfere Lokmannschaft mit heftigem Beifall verabschiedet. Ein schöner Tag neigte sich dem Ende.
Mehr Eindrücke sollen die nachfolgenden Fotos vermitteln.
Westfalendampf bedankt sich herzlich bei allen Fahrgästen für die Teilnahme!!!
Wir bedanken uns außerdem bei DB Netz, dem VW Werk Emden, der Bocholter Eisenbahngesellschaft, den Ulmer Eisenbahnfreunden, Euro-Express und der MKO für die tolle Zusammenarbeit!
Es war eine logistische Herausforderung, die Fahrt mit der 01 1066 und 12 bzw.
13 Wagen nach Amsterdam. Spannend blieb die Vorbereitung bis zur letzten Minute,
da der Zug wegen Gleisbauarbeiten kurzfristig über Schwerte umgeleitet werden
musste, der Doppeltender nicht rechtzeitig zur Fahrt fertig wurde und auch in
Holland fleißig gebaut wurde.
Aber es hat alles funktioniert,
kurzfristig konnten wir telefonisch noch alle Fahrgäste die in Dortmund-Hörde
einsteigen wollten informieren, dass in Schwerte zugestiegen werden musste. Als
Retter in der Not erwies sich die Dampf-Tradition-Oberhausen (DTO), die
kurzfristig den Wasserwagen zur Verfügung stellte und sogar mit der
wunderschönen Diesellok V 200 116 nach Dinslaken brachte wo er hinter der
Dampflok eingereiht wurde. Ein Kollege von DTO verbrachte dann seine Freizeit im
Wasserwagen um das kühle Nass in den Dampfloktender umzupumpen. Kurzum: Wenn
alle an einem Strick ziehen, kann viel bewegt werden. Sehr schön war dann die
Fahrt durch die Niederlande, wo wir auch wegen Bauarbeiten umgeleitet wurden. So
haben wir erstmals mit unserem Dampfschnellzug eine wunderschöne, eingleisige
und nicht elektrifizierte Nebenbahn in Holland befahren. Die Fahrgäste waren
sichtlich begeistert. Relativ pünktlich kamen wir in Amsterdam an. Dank des
schönen Wetters verging die Zeit dort wie im Flug. Pünktlich wurde die Rückreise
angetreten, mit 13 Wagen und einem hochzufriedenen Publikum. Im Barwagen ging so
richtig die Post ab. In Dinslaken wurde dann wieder der Wasserwagen ausrangiert
und in flotter Fahrt wurden die Ausgangsbahnhöfe pünktlich (!) erreicht.
Es war ein wunderschöner Tag!
Ein Wermutstropfen: Leider
sieht es so aus, als könnten wir mit der 01 1066 aus technischen Gründen Ziele
in Holland in Zukunft nicht mehr ansteuern. Aber mal sehen, vielleicht fällt uns
auch da noch ein passender Ausweg ein...
Herzlichen Dank an alle, die
diese Fahrt möglich gemacht haben. An unsere Fahrgäste, an die Ulmer
Eisenbahnfreunde und an die „Retter“ von Dampf-Tradition-Oberhausen, an meine
Westfalendampf-Freunde und natürlich an alle, die ich mal wieder vergessen habe
zu erwähnen.
Bilder, die beim anklicken
größer werden, soweit nicht anderes erwähnt: J.Brockamp, Westfalendampf Team