Gepäckwagen MDyg 986 - 411

UEF (P) 411


Gepäckwagen

Im Herbst 1997 konnte ein MDyg 986 erworben werden, der aus dem Ende 1997 geschlossenen Aw Karlsruhe (zuletzt als "Werk Karlsruhe-Mitte" der DB AG firmierend) gerettet wurde. Der MDyg befindet sich in Privateigentum. Noch 1992 erhielt der Behelfspackwagen im Aw Limburg eine Hauptuntersuchung. Zuletzt war der Packwagen im Murgtal (Strecke Karlsruhe - Freudenstadt) eingesetzt.

Eine Serie von vierachsigen Gepäck- und Expreßgutwagen, aus je zwei Behelfspersonenwagen der Gattung MBi-43 hergestellt, stellte die Deutsche Bundesbahn im Jahr 1957 in Dienst. Von den ab 1950 beschafften Fahrzeugen unterschieden sich diese Wagen durch die Faltenbälge und durch eine verbesserte Ausstattung des Laderaums mit klappbaren Trenngitterstirnwänden und Gepäckablagen. Mittlerweile haben diese Wagen Gummiwulst-Übergänge erhalten. Das Dienstabteil für den Zugführer und den Fahrladeschaffner sowie die Toilette, sind wie beim Wagentyp MDi 996 vom übrigen Laderaum abgetrennt. Beim einen Teil der Wagen beider Gattungen wurden inzwischen die Bretterwände durch Holzplattenverschalungen ersetzt. Die Wagen der Bauart MDyg 986 erhielten amerikanische Drehgestelle der Bauart Schwanenhals.

Quelle: H.J. Obermayer, Reisezugwagen

Technische Daten - MDyg 986
Betriebsnummer UEF (P) 411
Bauart, Herkunft MDyg 986, DB 50 80 91 - 11 784-7
Länge über Puffer 23.014 mm
Wagenkastenlänge 21.421 mm
Wagenkastenbreite 2.930 mm
Dachoberkante über SO 4.080 mm
Achsstand gesamt 17.650 mm
Achsstand Drehgestell 2.150 mm
Abstand d. Drehzapfen 15.500 mm
Türen je Seite 2 Ladeöffnungen (Schiebetüren)
Ladefläche 48,4 m2
Ladegewicht 14,0 t
Sitzplätze 3+1
Eigengewicht 30.1 t
Bremse Hik-GP
Heizung Hhzk ElHz
Musterzeichnung Fwp 26.01.1140
Erstes Lieferjahr Umbau ab 1957
Höchstgeschwindigkeit 120/140 km/h
Hersteller AWs
Nummernreihe -
Status abgestellt
  55 80 9213 411-0

Eilzugwagen Bn - 416

43 077 Kar - UEF 416


Eilzugwagen

Die neuesten im Dampfbetrieb regulär verwendeten Reisezugwagen waren wohl die wegen ihres "Pfauenaugenmusters" so genannten Silberlinge. Die Vorserie dieser Edelstahl-Wagen gab es in grün lackiert.

Die Deutsche Bahn verkauft ihre restlichen noch vorhandenen original-Silberlinge zu recht horrenden Preisen bzw. verschrottet sie lieber aus Angst vor Konkurrenz. Da die Luxemburgischen Eisenbahnen (CFL) einige ihrer baugleichen Wagen zu akzeptablen Konditionen verkauft hat, konnten u.a. die Ulmer Eisenbahnfreunde zusammen mit den Unterländer Eisenbahnfreunden (UEH) einige davon für den Museumsbetrieb retten.

Bei der Deutschen Bahn sind solche Fahrzeuge etwas modernisiert bis heute im Einsatz. Daher scheint der Begriff Museumsfahrzeug für einige Reisende noch nicht ganz angebracht. Doch in Anbetracht ihres auch schon vorgerückten Alters und der Tatsache, dass hiermit der letzte Dampfbetrieb bei der Deutschen Bundesbahn dargestellt werden kann ist der Erwerb und Einsatz dieser Fahrzeuge mehr als gerechtfertigt. Außerdem bleibt etwas mehr Kapazität, um an den sehr wertvollen älteren Wagen gründlicher zu arbeiten, damit sie dauerhaft bewahrt werden können.

Die unten stehenden technischen Daten sind noch nicht bis ins Detail an diesen Fahrzeugen überprüft und stammen aus dem Taschenbuch Deutsche Reisezugwagen von Horst J. Obermayer


Technische Daten - Bn
Betriebsnummer UEF 416
Bauart, Herkunft Bn, ex CFL
Länge über Puffer 26.400 mm
Wagenkastenlänge 26.100 mm
Wagenkastenbreite 2.825 mm
Dachoberkante über SO 4.050 mm
Achsstand gesamt 21.500 mm
Achsstand Drehgestell 2.500 mm
Abstand d. Drehzapfen 19.000 mm
Türen je Seite 4
Anzahl der Abteile 3
Anzahl der Aborte 2
Sitzplätze 2. Klasse: 96
Eigengewicht 27,3 t
Bremse KE-GP-A
Heizung Nuhz ElHz
Musterzeichnung Fwp 093.01.000 .01
Erstes Lieferjahr 1959
Höchstgeschwindigkeit 120 km/h
Hersteller LHB
Nummernreihe -
Status in Betrieb
  55 80 2240 477-3

Heizwagen - 421

UEF 421


Heizwagen

In Zeiten, als die meisten Reisezugwagen nur mit Dampf beheizbar waren, gab es auf elektrifizierten Strecken in der kalten Jahreszeit ein Problem: elektrische Lokomotiven haben keine Möglichkeit, den für die Zugheizung benötigten Dampf zu erzeugen. Damit die Fahrgäste nicht frieren müssen wurden sogenannte Heizwagen eingesetzt. Aber auch in langen Dampfgeführten Reisezügen kamen diese Wagen zum Einsatz, um Kessel und Vorräte der Lokomotiven zu schonen. In den späteren Jahren wurden die Reisezugwagen umgerüstet - und konnten sowohl mit Dampf als auch elektrisch beheizt werden.

Auch nach dem Ende der Dampflokzeit war das Thema Dampfheizung noch lange nicht erledigt, denn die Diesellokomotiven für den Reisezugdienst bekamen einen Dampferzeuger für die Heizung. (Das ist aber seit einiger Zeit vorbei. Alle im Reisezugdienst befindlichen Dieselloks können mittlerweile elektrisch heizen.)

Neben dem historischen Wert, den unser Heizwagen besitzt, gibt es auch noch einen ganz praktischen: Schwerölgefeuerte Dampflokomotiven (z. B. die Schnellzuglokomotiven der UEF) benötigen zum Anheizen Fremddampf, da das schwere Heizöl bei Zimmertemperatur zäh wie Honig ist, also relativ ungeeignet. Dieses wird normalerweise mit dem Dampf einer anderen Dampflokomotive -oder praktischerweise und viel kostengünstiger mit einem Heizwagen- auf die erforderliche Temperatur gebracht.

Im Frühjar 2004 kam noch ein zweiter Nutzen hinzu: eine Reihe kurzfristig bestellter Sonderzüge im doch noch recht kalten März. Unsere Dampflok befand sich zu diesem Zeitpunkt in der Winterwartung - also wurde Dieseltraktion vorgesehen. Die Diesellokomotiven der AVG sind jedoch nur für den Güterzugdienst vorgesehen und haben demnach keinen Dampferzeuger. Also wurde der ohnehin in Aufarbeitung befindliche Heizwagen beschleunigt fertig gestellt und bekam gerade noch rechtzeitig zum Termin eine TÜV-Abnahme des Kessels. So ist seit dem 6. März 2004 seit langer Zeit erstmals in Deutschland wieder ein Heizwagen mit Dampfkessel betriebsfähig!

Der Wagen stammt von der ehemaligen DR der DDR und hatte dort die RIC konforme Computer - Nummer 57 50 99-68 173-7. Den alten Anschriften nach war die letzte Heimatdienststelle das Bw Gotha, der Wagen diente dem MfS als strategische Reserve. Leider ist die alte DRG - Nummer nicht mehr ermittelbar. Die üblicherweise im rechten Einstieg am Rahmen eingeschlagene Fahrzeugnummer ist nicht mehr vorhanden.

Diese Heizwagen sind ab etwa 1931 bis 1943 als Austausch für alte zwei und dreiachsige Heizwagen aus der Länderbahnzeit einheitlich gebaut worden. Unser Wagen ist vermutlich aus dem Jahr 1943, da der Kessel aus diesem Jahr stammt. Zudem sind die Drehgestelle, Bauart Görlitz III schwer / SZ 220, schon mit geschweißtem Drehgestellrahmen ausgeführt, welcher eigentlich erst an Schürzenspeisewagen mit Görlitz III schwer und vierter Federung Verwendung fand (also erst ab ca. 1938). Diese Merkmale lassen auf das Baujahr 1943 zurückschließen.

Der Wagen ist nach den einheitlichen Grundsätzen der Gruppe 36 - Wagen gebaut, gerundetes Dach, geschweißter Wagenkasten. Er diente im In- und Auslandsverkehr für die Wagenheizung bei elektrischer Traktion oder wenn die Heizleistung der Lok bei langen Zügen nicht mehr ausreichte. Da der Wagen meistens in der Zugmitte eingestellt war, wurde der Fahrgastwechsel durch einen Seitengang am Kessel vorbeigeleitet, so dass der Fahrgast von der Heiztätigkeit der Personale nichts zu sehen bekam.


Technische Daten - Heizwagen
Betriebsnummer UEF 421
Bauart, Herkunft ex DR 57 50 99-68 173-7
Länge über Puffer 17.100 mm
Wagenkastenlänge 15.800 mm
Wagenkastenbreite 2944 mm
Dach-/Kaminoberkante über SO 3933 mm/4350 mm
Achsstand gesamt 13.300 mm
Achsstand Drehgestell 3.600 mm
Abstand d. Drehzapfen 9.700 mm
Türen je Seite 2
Kohle 4,5 t
Wasser 15m3
Sitzplätze -
Eigengewicht - t
Bremse KKs-Bremse
Heizung -
Musterzeichnung -
Erstes Lieferjahr -
Höchstgeschwindigkeit 140 km/h
Hersteller -
Nummernreihe -
Status im Einsatz
  75 80 8943 001-4

Offener Güterwagen - 425

UEF 425


Güterwagen

Dieser offene Güterwagen ist für die Mitführung von Kohle bei längeren Einsätzen vorgesehen.

  49 80 5100 052-5

 

Gedeckter Güterwagen Gms 54 - 435

UEF 435


Güterwagen

Dieser Gedeckte Güterwagen ist bei den Ulmer Eisenbahnfreunden als behelfs-Packwagen für den Fahrradtransport im Einsatz. Derzeit befindet er sich in Aufarbeitung.

  49 80 1200 256-0

 

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