Neues von der 01 1066 – Die Bedarfsausbesserung im Endspurt
„Alles neu macht der Mai“ könnte man bei dem geschäftigen Treiben in den Werkhallen der EWK sagen, die mit Hochdruck an der Fertigstellung unserer 01 arbeitet. Wir befinden uns derzeit im eindrucksvollsten Teil der Bedarfsinstandsetzung, der Montage, bei der die vielen aufgearbeiteten Einzelkomponenten wieder zu einem Ganzen zusammenwachsen und die Lokomotive ihre elegante Erscheinung zurück erhält.

Einblicke in die Werkstatt - Foto: Rademacher
Jetzt mögen sich sicher viele unter Ihnen wundern, warum wir vom Endspurt und nicht vom Roll-Out sprechen. Bis vor kurzem konnten Sie an dieser Stelle ja noch von einer Fertigstellung und weiteren Einsätzen im April lesen. Und einige unter Ihnen mussten leider enttäuscht feststellen, dass aus dem gewünschten Fotomotiv oder der Begegnung mit der 01 1066 nichts wurde. Daher möchten wir kurz erklären, welche Gründe zu der Verzögerung geführt haben und wann Sie die Lokomotive wieder sehen können.
Im Rahmen des Betriebseinsatzes einer Schnellzuglokomotive bieten sich oft nur sehr schmale Zeitfenster für die Instandsetzung, die effektiv ausgefüllt werden müssen. Aufgrund der vorgefundenen Schäden sahen wir uns im aktuellen Fall gemeinsam mit Veranstaltern, Kooperationspartnern und der Fachwerkstatt dazu gezwungen, kurz inne zu halten und den Umfang der Arbeiten zu erweitern. In diesem Zuge bot sich auch eine einmalige Gelegenheit nachhaltig in die Substanz der Maschine zu investieren und nachzuholen, was bei der letzten Hauptuntersuchung zurückgestellt wurde. Die Instandsetzung neigt sich nun dem Ende entgegen, so dass wir die Lokomotive im August für Sie wieder auf die Reise schicken können.
Warum es so lange dauert und was wir überhaupt machen
Grau ist alle Theorie und unter einer Bedarfsinstandsetzung kann man sich auch nichts Konkretes vorstellen. Deshalb belassen wir es nicht nur bei einer Erklärung, sondern nehmen Sie mit auf eine spannende Bilderreise durch die Werkstätten und die Technik der faszinierenden Schnellzuglok.

Die Schieber sind gezogen und die Rauchkammer für anstehende Arbeiten gereinigt. Foto: Skowronek |

Nach dem Trennen von Lok und Tender. Foto: Rademacher
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Wer eine Dampflokomotive mit Hochleistungskessel betreibt und dieser im Schnellzugdienst auch Höchstleistungen abverlangen möchte, braucht eine gute Vorbereitung und eine vorrausschauende Instandhaltung.
So beeindruckend wie die Maschine aussehen mag, unser Stahltier hat einen empfindlichen Magen. Was sich so schön bildlich sprechen lässt, stellt uns als Betreiber vor einen ganzen Katalog von Problemen. Denn mit dem Magen sind wesentliche Teile des Dampfkessels gemeint, die einer sorgfältig abgestimmten Konstruktion bedürfen. Leider ist die Branche der Lokomotivkesselzulieferer seit den späten Siebzigern in Deutschland nicht mehr vorhanden und die lieferbaren Ersatzkonstruktionen zeigen keine Eignung für einen reibungslosen Kesselbetrieb.
Mittlerweile können wir aber sagen, dass es sie noch gibt: die guten Dinge für unseren Hochleistungskessel. Vorraussetzung war allerdings, dass sich eine Fachwerkstatt finden ließ, die unseren hohen Anforderungen gerecht wurde und den Auftrag mit viel detailspezifischem Know-how begleiten konnte.

In der Richthalle mit entkleidetem Hinterkessel. Foto: Skowronek
Insofern erwies sich die Wahl dieses Instandhalters als echter Glücksgriff, da die Lokomotive in Krefeld mit der Präzision einer Maschinenbaumanufaktur behandelt wird. Neben den ursprünglich beauftragten Arbeiten am Lokomotivrahmen und am Dampfkessel wurde eine umfangreiche Auffrischung des Tenderfahrwerks in Angriff genommen, sowie zahlreiche Nebenarbeiten zur Feinabstimmung von Laufwerkskomponenten der Maschine begonnen, die der Laufruhe zu gute kommen und die Verschleißerscheinungen deutlich reduzieren werden. Auch wenn bei all diesen Arbeiten die großen Komponenten wie Kessel und Fahrwerk nicht voneinander getrennt werden, heißt dass nicht, dass die vielen Nebenarbeiten im Handumdrehen zu erledigen sind. Auch die kleinen Teile machen viel Arbeit und glauben sie uns, einen Lokomotivinstandhalter kann man auch mit der Herstellung von Spezialgesenken, dem Einsetzen zahlreicher Passschrauben und der Erneuerung von mehreren Hundert Stehbolzen auslasten; es muss also nicht immer ein Kesselneubau sein, um eine ganze Belegschaft zu beschäftigen.
Bis im August die Brenner der 01.10 wieder gezündet werden, müssen sie sich deshalb noch etwas in Geduld üben und wir eine finanzielle Durststrecke überwinden.
Schauen sie doch im Juli einfach mal bei uns vorbei, als Zaun- oder Fahrgast und bestaunen die vielen kleinen und großen Details, die sich nach der Instandsetzung in neuem Glanz präsentieren. Aber lassen sie sich nicht zu viel Zeit, denn im Laufe der Einsätze werden die frischen Farbtupfer wieder in der uniformen Erscheinung der Betriebspatina verschwinden.
Noch mehr würde es uns natürlich freuen wenn wir Sie dafür begeistern könnten, bei der lebendigen Darstellung unserer Mobilitätsgeschichte mitzuwirken, in der der Schnellzuglok auch eine herausragende Rolle zukam.
Traditionell verlosen wir unter allen Spendern ab € 50,- wieder tolle Preise. Diesmal gibt es 2 x 2 Fahrkarten 1.Kl. und 2 x 2 Fahrkarten 2.Kl.für eine Tagesfahrt 2011 sowie 10 x ein Verzehrgutschein für unseren Speisewagen im Wert von je € 15,- zu gewinnen. Die Verlosung erfolgt Anfang August 2011.
Unser Spendenkonto:
Sparkasse Südliche Weinstraße
BLZ 54850010
Konto 35078948
Stichwort: 01 1066
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